geschrieben von Bernd Eckenfels am 13. Januar 2010

Die spektakuläre Aktionen der Piraten unter dem Motto “Ihr braucht uns nicht zu scannen, wir sind schon nackt” auf den Flughäfen von Frankfurt am Main (FRA), Tegel (TXL) und Düsseldorf (DUS) haben für mediale Aufmerksamkeit und Applaus gesorgt. Trotzdem gibt es noch viele kritische Stimmen, die sagen dass für die Sicherheit im Flugverkehr diese Einschränkungen der Privatsphäre und Menschenwürde hingenommen werden müssen. Demgegenüber lehnt die Piratenpartei die weitgehenden Einschränkungen vor allen deswegen ab, weil es sich bei der Einführung dieser Geräte (wieder einmal) um Symbolpolitik handelt. Die gefühlte Sicherheit der Fluggäste soll dadurch verbessert werden. Die Verantwortlichen möchten damit zeigen, dass ja irgendeine “Reaktion auf die neue Bedrohungslage” erfolgt, und man nicht ganz konzeptionslos ist. Aber durch die Nacktscanner kann es zu keiner wirklichen Verbesserung der Sicherheit im Personenflugverkehr kommen:

Die Scanner würden durch das Innenministerium gekauft und damit vom deutschen Steuerzahler bezahlt werden. Bei den bisherigen Geräten sind das rund 120000 Euro pro Gerät. Hier gewinnt nur einer und das ist der Hersteller. Würde es tatsächlich um die Vermeidung von Toten gehen, wäre das Geld z.B. im Bereich der Sicherheit des Straßenverkehrs deutlich besser angelegt. Wenn die Nacktscanner also nicht nur teuer sondern auch weitgehend nutzlos sind sehen wir keinen Grund Einschränkungen für Flugreisende hinzunehmen. Neben religiösen Bedenken gibt es auch viele Gründe warum Menschen nicht alles aus Ihrer Intimsphäre bei Reisen preisgeben wollen. Sei dies nun Prothesen, Intimschmuck, oder Details über das biologische Geschlecht. Dabei spielt es auch keine Rolle ob bei den neuen Gerätegenerationen nachgebessert wurde, und keine Abbilder der Fluggäste mehr dargestellt werden. Übrigens: Im Europaparlament schafft man die Nacktscanner gerade wieder ab und versucht, die 6 Geräte zu verkaufen. Es heißt also wie immer: Wein trinken, aber Wasser predigen.

Deshalb unterstützen wir die Petition gegen Nacktscanner. Sie wurde von Norbert Hense, einem Piraten aus der Ortenau in Baden-Württemberg eingereicht. Er ist auch häufig auf dem Stammtisch in Freiburg zu finden. Bitte zeichnet mit! Es geht um nichts anderes als um die Frage, ob wir weiterhin der Abschaffung unserer Grundrechte tatenlos zusehen oder uns wehren wollen. Viele denken glücklicherweise ebenso wie wir und daher sind zu diesem Zeitpunkt schon über 5000 Unterschriften zusammen gekommen.

Vielen Dank an dieser Stelle auch noch an die vielen Piraten, die sich an den Flashmobs auf den Flüghäfen in Berlin, Frankfurt am Main und Düsseldorf beteiligt haben. Dieser Text basiert auf einem Blog Artikel von Andre ‘Navigator’ Martens.



4 Kommentare zu “ Piraten lehnen Nacktscanner ab ”

  1. uberVU - social comments sagt:

    Social comments and analytics for this post…

    This post was mentioned on Twitter by PiratenBW: New blog post: Piraten lehnen Nacktscanner ab http://www.piratenpartei-bw.de/2010/01/13/piraten-lehnen-nacktscanner-ab/…

  2. Tweets die Piraten lehnen Nacktscanner ab « Piratenpartei Baden-Württemberg erwähnt -- Topsy.com sagt:

    [...] Dieser Eintrag wurde auf Twitter von Piratenpartei Ba-Wü und Bernd Eckenfels, Marco M. erwähnt. Marco M. sagte: RT @PiratenBW: New blog post: Piraten lehnen Nacktscanner ab http://www.piratenpartei-bw.de/2010/01/13/piraten-lehnen-nacktscanner-ab/ [...]

  3. Bernd Eckenfels sagt:

    Siehe auch http://www.stuttgarter-zeitung.de/stz/page/2348502_0_2778_-stuttgarter-flughafen-sprecher-bestreitet-luecke-im-system.html

  4. Bernd Eckenfels sagt:

    3sat Kulturzeit zum Flashmob, und ein Interview mit Ilija Trojanow (Schriftsteller, “Angriff auf die Freiheit”)

    http://www.youtube.com/watch?v=zcFcO1gCJuI

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