Sehr geehrte Damen und Herren,

zufällig sind wir heute in Ihrem Onlineshop auf ein Mädchen T-Shirt mit dem Audruck »In Mathe bin ich Deko« gestoßen, welches es in dieser Form auch tatsächlich nur für Mädchen zu geben scheint.

Dieser Aufdruck ist ein klassisches Beispiel für Diskriminierung und Alltagssexismus, wie ihn Frauen täglich erfahren müssen. Dies beginnt leider schon in der Kindheit, indem Jungen und Mädchen unterschiedlich erzogen werden.

Wie Sie aus diesem Artikel entnehmen können, sind Jungen und Mädchen mathematisch gleich begabt, sofern »niemand ihnen eine Rechenschwäche einredet«. Genau das tun aber T-Shirts mit derartigen Sprüchen. Sie suggerieren, es sei »normal«, wenn Mädchen in Mathematik weniger gut sind, und versuchen hier, einen lauen Witz auf Kosten des Selbstbewusstseins junger Mädchen zu machen.

Uns ist völlig unerklärlich, was Eltern sich dabei denken, ihren Töchtern ein derartiges Kleidungsstück zu kaufen. Wir vermuten jedoch, die Antwort ist simpel: nichts. Umso mehr würden wir von einem Versandhaus Ihrer Größe und Ihres Standes erwarten, dass Sie solchen Unsinn nicht unterstützen.

Beachtlich ist dabei, dass Sie durch Ihr T-Shirt eine sich selbst erfüllende Prophezeiung unterstützen. Die PH Ludwigsburg beschreibt dies in einem Text, in dem sie auf die Erwartungshaltung und veraltete Rollenmodellhypothesen Bezug nimmt:

»Die ältere Rollenmodellhypothese ging davon aus, dass Mädchen niedrigere Leistungserwartungen über das Vorbild des geschlechtsspezifischen Elternverhaltens entwickeln. Die Erwartungshypothese, der heute der Vorzug gegeben wird, besagt, dass Eltern unterschiedliche Erwartungen hinsichtlich der Fähigkeiten ihrer Töchter und Söhne zeigen (Beermann, Heller & Menacher 1994). Ganz allgemein messen sie der mathematischen Befähigung der Söhne eine größere Bedeutung bei. Die Übermittlung positiver elterlicher Leistungserwartungen ist somit ein wichtiger Einflussfaktor.
Ähnliche Ergebnisse liegen für den Einfluss der Erwartungen von Lehrpersonen auf das Selbstvertrauen der Mädchen im Fach Mathematik vor (Keller 1998; Tiedemann 1995).«

Dies wird durch verschiedene Studien untermauert, weswegen wir dem beschriebenen Kleidungsstück noch deutlich weniger Verständnis entgegen bringen.

Gerne empfehlen wir Ihnen alternative Sprüche zum Bedrucken von Mädchen-T-Shirts: Wir würden uns freuen, wenn Sie diese stattdessen ins Programm nehmen würden, um Ihren Teil zu einer weniger diskriminierenden Gesellschaft beizutragen:

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http://www.thinkgeek.com/product/e58d/
http://www.thinkgeek.com/product/6f59/
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Mit freundlichen Grüßen

Lisa Collins, Bundestagskandidatin der Piratenpartei im Wahlkreis Ulm
Sven Krohlas, Bundestagskandidat der Piratenpartei (Listenplatz 2 Baden-Württemberg)
Christian Alkemper, Bundestagskandidat der Piratenpartei im Wahlkreis Karlsruhe-Land
Andreas Bergholz, Bundestagskandidat der Piratenpartei im Wahlkreis Konstanz
David Dorst, Vorstandsvorsitzender Piratenpartei Ulm/Alb-Donau-Kreis
Jens Fuchs, Schatzmeister Kreisverband Karlsruhe-Land
Florian Zumkeller-Quast, Bundesvorsitzender Junge Piraten
Martin Lange, Politischer Geschäftsführer der Piratenpartei Baden-Württemberg
Stefan Täge, Landespressesprecher Baden-Württemberg
Marco Geupert, Basispirat
Kevin Honka, Basispirat mit Beauftragung